Der Nachbar, das unbekannte Wesen. Im Wissen das fast jeder einen hat und sich auch fast jeder etwas darunter vorstellen kann bin ich mir ziemlich sicher das nicht jeder einen Nachbarn hat wie es mir seit geraumer zeit vergönnt ist.
Im September 2009 bin ich in eine Erdgeschosswohnung eingezogen. Ich habe das gute Stück quasi vererbt bekommen, da jahrelang Boz Doz in dem Gemäuer gelebt hat und wie es eben so ist ich als Buddy in der Nachmieterschlange ganz vorne stand. Der Vermieter hat sich, nachdem ich mich bei ihm vorgestellt habe, bis heute kein einziges mal sehen lassen, was ja auch sein gutes hat. Selbst zur Wohnungsübergabe winkte er mit den Worten ab:” Dann muss ich nicht extra von Stuttgart hochfahren”! Die Wohnung selber hat eine kleine schicke Terrasse, ist ebenerdig, was Erdgeschosswohnungen gemeinhin so ansich haben und hat ein Fenster zum Hof.
Boz wies mich schon im Vorfeld darauf hin, dass ich vorsichtig sein sollte was ich von mir gebe und dass der Nachbar, es ist genauer gesagt eine Nachbarin, die Nase überall drin hätte. Die Geschichte beginnt mit seinem Mädel, beide durften folgendes erleben:
Bos’s Mädel ist Gärtnerin von Beruf (ich lasse die realen Namen einfach mal weg) und was liegt da näher die Terrasse zum Hof mit einigem Grünzeug zu verschönern. Gesagt getan, lebten zur offenen Abgrenzung forthin einige liebevoll gepflanzten Photosynthesewesen, proffesionel in besten Filderboden gesetzt. Tage später, soweit die Überlieferung, waren diese fein säuberlich ausgerissen und durch zwei potthässliche Bäumchen ersetzt, die heute übrigens noch die Terasse schmücken. Aber was war passiert?
Laut der Überlieferung muss die Nachbarin, nennen wir sie einmal Frau Nachbarin, die Pflanzen gegen die Bäumchen ausgetauscht haben, kurzerhand, einfach mal so, auf Bos’s Terrasse – unglaublich. Wie es in diesem Fall weiterging ist mir leider nicht bekannt, aber ich schätze nach nun eigener Erfahrung, dass Frau Nachbarin alles leugnete, wie käme sie auch dazu!?

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Gerede, Geschichten von und über andere mögen ja ganz nett sein, vielfach hilfreich, manchmal aber auch nur einfach übertrieben aber zumeist höchst subjektiv. Bilde dir deine eigene Meinung ist und bleibt in jedem Fall die richtige Einstellung, sagt mein imaginärer Freund und schüttelt dabei heftig und unkontrolliert mit meinen Kopf.
Als ich hier eingezogen bin wucherte neben der nun hässlichen Bepflanzung eine mächtige Hecke, die die Terasse zum Nachbargrundstück trennt. Ganz dem Motto “Neuer Besen fegt gut” ging ich die Sache rustikal an. Die Hecke war mit Elektroheckenschere und nach satten vier Stunden arbeit um die hälfte kürzer. Das abfallende Grünzeug lagerte ich vorerst in Grünzeugsäcken auf der Terasse. Das Wetter war zu dieser zeit kein Terassenwetter mehr und so störten mich 5 Grünzeugsäcke und ein Haufen mit knorrigem alten Holz recht wenig. Eines Tages blickte ich abends auf besagte Terasse und was soll ich sagen, verschwunden. Sämtliche Säcke inklusive Holzhaufen waren weg, einfach nicht mehr da. Sehr misteriös. Da ich grundsätzlich nichts gegen Mainzelmänchen habe die einem gemeinhin in Märchen und Sagen eine Menge arbeit abnehem, ging ich diesem Umstand nicht näher nach. Ergänzend sei erwähnt, dass ich zwei weitere Säcke mit Heckenzeug im Keller lagerte und ich diesen im arbeitswahn habe offen stehen lassen. Beide Säcke lagen einige Tage später zusammengefaltet im Keller, vom Inhalt keine Spur…
Ich lasse diese Einleitung mal so stehen. Gerede, Geschichten von und über andere mögen ja ganz nett sein. Frau Nachbarin gibt, ganz subjektiv, in Zukunft noch einiges her, dass könnt ihr mir glauben – Scum of the neighbourhood.
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